Nürnberg, 29. April 2026 – Die Urlaubsbuchungen für die noch laufende Wintersaison sind im März um nahezu die Hälfte eingebrochen, für die anstehende Sommersaison um knapp ein Fünftel. Zusammengenommen summieren sich die Buchungsrückgänge im abgelaufenen Buchungsmonat auf insgesamt 25 Prozent für das laufende Touristikjahr 2025/26. Die herben Verluste verweisen darauf, dass das hohe Stornoaufkommen für Reiseziele im Nahen Osten bei weitem nicht durch Umbuchungen aufgefangen werden konnte. Noch schwerer wiegt eine ausgeprägte Buchungszurückhaltung, die sich im März dazu gesellt. Die durch den Iran-Krieg verursachten Verluste kosten Wachstum im deutschen Urlaubsreisemarkt: Die Wintersaison verliert zum Vormonat kumuliert 2 Prozentpunkte, die Sommersaison gibt sogar um 4 Prozentpunkte nach. Trotzdem bleiben beide Saisonbilanzen noch positiv.
Obwohl sich Reisestornierungen, Um- und Neubuchungen für die noch bis Ende April andauernde Wintersaison im März auf ein Minus in Höhe von 49 Prozent summieren, bleibt die Winterbilanz mit plus 2 Prozent positiv. Und so klein das Umsatzvolumen ausgefallen sein mag – es hat ausgereicht, dass die Wintersaison zum aktuellen Buchungsstand mit den finalen Saisonumsätzen des gesamten Vorjahreswinters gleichzieht (Füllstand: 100 Prozent). Noch sind allerdings nicht alle Urlaube mit Abreise im April in die Emirate storniert oder Fernreisen über deren große Drehkreuze umgebucht und das winterliche Neubuchungsaufkommen bleibt auch in den ersten Aprilwochen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Das aktuelle Winterplus ist fragil.
Für die anstehende Sommersaison zeichnet sich in der Kalenderwoche nach den Osterferien (KW 16) eine erste Entspannung ab: Die Urlaubsreisebuchungen ziehen wieder an. Bis Ende März 2026 hat die Sommersaison allerdings 4 Prozentpunkte ihres vorherigen Wachstums eingebüßt und ist auf ein kumuliertes Umsatzplus von 3 Prozent zurückgefallen. Der per Ende März erreichte Füllstand fällt mit aktuell 59 Prozent etwas kleiner als im Vorjahr aus (61 Prozent).
Golfstaaten, benachbarte Urlaubsländer & Fernreisen mit höchsten Rückgängen
Dass die März-Verluste für die Reiseländer in der Golfregion aufgrund bestehender Reisewarnungen und abgesagter Reisen seitens der Veranstalter immens hoch ausfallen, ist nicht weiter verwunderlich. Allein für die Vereinigten Arabischen Emirate musste bislang bereits mehr als ein Viertel des Winterumsatzes ausgebucht werden. Aufgrund des eingeschränkten Flugverkehrs sind auch Fernreisedestinationen wie beispielsweise die Malediven oder Thailand sowie angrenzende Urlaubsländer wie die Türkei und Ägypten massiv von Buchungsrückgängen betroffen. Die Türkei war vor Ausbruch des Iran-Kriegs das meistgebuchte Reiseziel für den kommenden Sommer mit einem überdurchschnittlichen Wachstum von 12 Prozent zum Vorjahr. Nach den Märzverlusten (-46 Prozent) ist das Umsatzplus auf 3 Prozent geschrumpft und die Türkei auf Platz 2 im Sommerranking gerückt. Für Ägypten ist das zuvor aufgelaufene Sommerwachstum von 15 Prozent nach nur einem Monat auf 1 Prozent zurückgefallen.
Insgesamt verliert die Mittelstrecke Ost im März 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Griechenland kommt dabei mit einem Buchungsrückgang von 10 Prozent vergleichsweise glimpflich davon und gehört im April wieder zu den meistgebuchten Sommerreisezielen. Ansonsten zieht es Urlauber bevorzugt in westlich gelegene Reiseländer. Vor allem spanische Urlaubsregionen profitieren: Das spanische Festland legt um 32 Prozent, die Kanaren und die Balearen jeweils um 15 Prozent zu. Auch Italien (+8 Prozent) und Portugal (+3%) stemmen sich gegen den negativen März-Trend, der mit Ausnahme der Mittelstrecke West (+16 Prozent) und erdgebundenen Reisen (+2 Prozent) alle anderen Reiseregionen und auch die Kreuzfahrten (-18 Prozent) erfasst hat.

Legende:
Im Chart werden die kumuliert bis Ende März 2026 generierten Reiseumsätze für die aktuelle Wintersaison 2025/26 und die kommende Sommersaison 2026 jeweils im Vergleich zum Vorjahr aufgezeigt. In die Auswertungen von TDA fließen sowohl Urlaubsreisebuchungen in stationären Reisebüros als auch online auf den Reiseportalen der Veranstalter und Online Travel Agencies (OTAs) mit Schwerpunkt Pauschalreisen ein. Links im Chart wird angezeigt, welcher Umsatzanteil in Prozent im Buchungsmonat März 2026 auf die einzelnen Reisemonate bzw. -saisons entfällt.
Über TDA Travel Intelligence
Die Travel Data + Analytics GmbH (TDA) ist ein Datenanalyse- und Business-Intelligence-Anbieter für die Touristik. Das Unternehmen wurde von Dr. Markus Heller gegründet und wird von einem erfahrenen Team aus Data Scientists und Beratern getragen. TDA betreibt mit Travel Intelligence eine datenbasierte Analyseplattform für den touristischen Vertrieb. Grundlage sind fortlaufend erhobene Buchungsdaten aus stationären Reisebüros sowie Online-Vertriebskanälen für Veranstalterprodukte. Die Verarbeitung erfolgt in einer modernen Systemarchitektur unter Einsatz fortgeschrittener Analyseverfahren und KI-gestützter Methoden. Travel Intelligence ermöglicht eine zeitnahe Auswertung von Marktentwicklungen, Nachfrageverläufen und Produktperformance. Die Lösung unterstützt touristische Unternehmen bei der Bewertung aktueller Buchungslagen sowie bei der Ableitung von Marktpotenzialen – bei gleichzeitig konsistenter und über die Zeit vergleichbarer Methodik.
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