Nahost-Konflikt belastet Urlaubsreisegeschäft

Nürnberg, 30. März 2026 – Der Iran-Krieg und die Eskalation im Nahen Osten haben deutliche Auswirkung auf das Urlaubsreisegeschäft: In den ersten beiden Märzwochen fällt das Neubuchungsaufkommen im deutschen Markt sichtlich ab (KW 11: -16 Prozent), gleichzeitig verlagert sich die Nachfrage gen Westen. Nicht nur die Urlaubsbuchungen für die Vereinigten Arabischen Emirate brechen ein, auch beliebte Reiseländer wie die Türkei und Ägypten sind aktuell von Rückgängen betroffen. Zum Buchungsstand per Ende Februar 2026 weisen die Saisonbilanzen noch stabile Zuwächse auf. Das kumulierte Winterplus von 4 Prozent wird angesichts hoher Stornoquoten für die letzten beiden Reisemonate März und April aber kaum zu halten sein. Ersatzbuchungen von Urlaubern, die auf andere Reiseziele ausweichen wollen, werden durch steigende Urlaubspreise belastet.

Die Angriffe auf den Iran begannen am 28. Februar 2026, dem letzten Tag des Monats. Damit ist der Buchungsmonat Februar 2026 noch gänzlich unbelastet vom Krieg und der Eskalation in Nahost – und als Benchmark bestens geeignet, um die ab März einsetzenden Auswirkungen auf den Urlaubsreisemarkt nachvollziehen und einordnen zu können. Zum Buchungsstand per Ende Februar konnten sowohl die laufende Winter- als auch die kommende Sommersaison ihre Umsatzzuwächse des Vormonats von kumuliert plus 4 bzw. plus 7 Prozent halten. Für die Wintersaison 2025/26 waren bereits 98 Prozent der Gesamtumsätze des Vorjahreswinters gebucht (Füllstand Vormonat: 90 Prozent). Abgereist davon sind allerdings erst 63 Prozent. Die Reisemonate März/April rund um die Osterferien haben eine relativ hohe Bedeutung. Mit dem erwartbaren Stornoaufkommen insbesondere für die Golfregion und gleichzeitig aktuell beobachtbaren Rückgängen beim Neubuchungsaufkommen ist damit zu rechnen, dass sich der Nahost-Konflikt auf das Endergebnis der diesjährigen Wintersaison spürbar auswirken wird. 

Das Neubuchungsaufkommen in den ersten beiden Märzwochen verweist zudem auf eine Verlagerung der Urlaubsströme: Statt Arabischer Emirate und Nachbarländer weichen Urlauber auf westlich gelegene Reiseländer wie die Kanaren oder Balearen aus. Insgesamt gehen Buchungen für die Mittelstrecke Ost um 10 Prozentpunkte zurück. Auch Ägypten und die Türkei sind von den aktuellen Rückgängen betroffen. 

„Der Nahost-Konflikt birgt Risiken für das Urlaubsreisegeschäft, denn abgesehen von den direkten Auswirkungen in der Region und angrenzenden Reiseländern steigen die Urlaubspreise im Zuge gestiegener Energiepreise aktuell teilweise markant an. Hohe Urlaubspreise belasten die Nachfrage generell aber erst recht, wenn das verfügbare Budget der Haushalte angesichts steigender Kosten für Tanken und Energie ebenfalls schmilzt“, erklärt Roland Gaßner, Director Business Development bei Travel Data + Analytics (TDA). „Dass die aktuelle Lage, sofern sie anhält, die Inflationsrate nach oben treiben könnte, ist nicht auszuschließen. Trotzdem würden wir derzeit insbesondere für die Sommersaison eher von einer Verlagerung der Reiseströme denn von nachlassender Urlaubslust ausgehen.“

Legende:

Im Chart werden die kumuliert bis Ende Februar 2026 generierten Reiseumsätze für die aktuelle Wintersaison 2025/26 und die kommende Sommersaison 2026 jeweils im Vergleich zum Vorjahr aufgezeigt. In die Auswertungen von TDA fließen sowohl Urlaubsreisebuchungen in stationären Reisebüros als auch online auf den Reiseportalen der Veranstalter und Online Travel Agencies (OTAs) mit Schwerpunkt Pauschalreisen ein. Links im Chart wird angezeigt, welcher Umsatzanteil in Prozent im Buchungsmonat Februar 2026 auf die einzelnen Reisemonate bzw. -saisons entfällt. 

Über TDA Travel Intelligence

Travel Data + Analytics (TDA) hat im Frühjahr 2019 das vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK seit 2004 geführte Reisevertriebspanel übernommen. Nach einer Überführung der GfK Daten in eine neue IT-Landschaft wurde Travel Intelligence als eigenständige Lösung mit selbstlernender Datenbank und zugehörigem Analyse-Tool aufgesetzt. Basis bleiben die Buchungsdaten von stationären Reisebüros und Onlineportalen, die Veranstalterprodukte vertreiben. Die Anforderungen von touristischen Unternehmen an ein modernes Steuerungsinstrument und sich weiterentwickelnde, vermehrt dynamische Fragestellungen können damit sicher und zeitnah abgebildet werden, ohne den Kern einer marktrepräsentativen, über den Zeitverlauf durchgängig vergleichbaren Methode aufzugeben. TDA = aktuelle Buchungslage + individuelle Produktperformance + tatsächliche Marktchancen.

Weitere Informationen: Alexandra Weigand, alexandra.weigand@traveldataanalytics.de, Telefon: +49 (0)911 951 510 03