Nürnberg, 26. Februar 2026 – Der Januar ist im Urlaubsreisegeschäft traditionell der buchungsstärkste Monat des Jahres. In diesem Jahr fällt er allerdings schwächer aus: Die gebuchten Reiseumsätze für diesjährige Sommerurlaube liegen 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Buchungseingänge für Winterurlaube in der laufenden Saison sogar um 8 Prozent. Die Rückgänge sind jedoch kaum als Ausdruck nachlassender Reisefreudigkeit der Bundesbürger zu werten. Sie sind vielmehr vorgezogenen Frühbuchern geschuldet, die zuvor für starke Wachstumsquoten gesorgt hatten. Mit dem diesjährigen Januar-Korrektiv schmilzen die kumulierten Saisonbilanzen zwar ab, bleiben aber positiv: Die Wintersaison steht bei einem Umsatzplus von 4 Prozent, die anstehende Sommersaison weist 7 Prozent höhere Umsätze im Vorjahresvergleich auf.
Im Buchungsmonat Januar 2026 haben die Bundesbürger rund 3,2 Milliarden Euro für ihre in Reisebüros oder online gebuchten Urlaubsreisen ausgegeben. Knapp ein Viertel davon entfällt noch auf die aktuelle Wintersaison 2025/26. Mit den zum Vorjahr negativen Buchungseingängen im Januar fällt die kumulierte Saisonbilanz auf ein Umsatzplus von 4 Prozent. Zum Vormonat hat sie damit um 2 Prozentpunkte nachgegeben, steuert aber unverändert auf ein positives Endergebnis zu: Drei Buchungsmonate vor Saisonende sind 90 Prozent der Gesamtumsätze der letztjährigen Wintersaison bereits erreicht (Vormonat: 79 Prozent). Die Anzahl bislang gebuchter Winterurlauber übertrifft die Vorjahressaison zum aktuellen Buchungsstand per Ende Januar 2026 um 2 Prozent.
Mit einem Umsatzanteil von gut zwei Dritteln konzentriert sich das Buchungsinteresse der Verbraucher im Januar auf die anstehenden Sommerurlaube. Der Umsatzrückgang von 5 Prozent im abgelaufenen Buchungsmonat macht sich wegen des großen Volumens deutlich ausgeprägter bemerkbar: Kumuliert büßt die Sommersaison 2026 zum Vormonat praktisch die Hälfte ihres Wachstums ein. Die Bilanz fällt um ganze 7 Prozentpunkte auf ein Plus von aktuell noch 7 Prozent in Umsatz.
Mit überdurchschnittlichen Zuwächsen sind die Urlaubsländer auf der östlichen Mittelstrecke ein Wachstumstreiber im diesjährigen Sommergeschäft – allen voran die Türkei mit einem Plus von 12 Prozent zum Vorjahr und auf deutlich niedrigeren Umsatzniveaus auch Ägypten mit einem Plus von 18 Prozent und Tunesien (+19 Prozent). Die Türkei ist bei den organisierten Veranstalterreisen sowohl in Umsatz als auch in gebuchten Urlauberzahlen das derzeit beliebteste Sommerreiseziel der Deutschen dicht gefolgt von Spanien und Griechenland. Zweiter Wachstumstreiber im Reisemarkt sind die Kreuzfahrten mit einem Umsatzplus von 10 Prozent zum aktuellen Buchungsstand. Mehr als die Hälfte der erwartbaren Sommerumsätze, legt man die letzte Sommersaison 2025 zugrunde, fehlt allerdings noch (Füllstand aktuell: 43 Prozent, Vormonat: 30 Prozent). Noch ist der Ausgang der diesjährigen Sommersaison offen.
„Der traditionelle Januar-Peak im Urlaubsreisegeschäft verliert zunehmend an Bedeutung, denn durch vorgezogene Frühbucher wird schon zuvor ein immer größeres Urlaubsvolumen gebucht. Insofern pendeln sich die saisonalen Zuwachsraten im Laufe der Zeit einfach auf ein erwartbares, einstelliges Wachstum ein“, betont Alexandra Weigand, Director Sales & Consulting bei Travel Data + Analytics (TDA). „Auch dass sich die Umsatzrückgänge bei den insgesamt im Januar eingegangenen Buchungen ‚nur‘ auf ein Minus von 4 Prozent summieren, ist wiederum den Frühbuchern geschuldet, die sich jetzt schon ihre Urlaubsreisen für die Wintersaison 2026/27 oder noch spätere Reisezeitpunkte 2027 sichern.“

Legende:
Im Chart werden die kumuliert bis Ende Januar 2026 generierten Reiseumsätze für die aktuelle Wintersaison 2025/26 und die kommende Sommersaison 2026 jeweils im Vergleich zum Vorjahr aufgezeigt. In die Auswertungen von TDA fließen sowohl Urlaubsreisebuchungen in stationären Reisebüros als auch online auf den Reiseportalen der Veranstalter und Online Travel Agencies (OTAs) mit Schwerpunkt Pauschalreisen ein. Links im Chart wird angezeigt, welcher Umsatzanteil in Prozent im Buchungsmonat Januar 2026 auf die einzelnen Reisemonate bzw. -saisons entfällt.
Über TDA Travel Intelligence
Travel Data + Analytics (TDA) hat im Frühjahr 2019 das vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK seit 2004 geführte Reisevertriebspanel übernommen. Nach einer Überführung der GfK Daten in eine neue IT-Landschaft wurde Travel Intelligence als eigenständige Lösung mit selbstlernender Datenbank und zugehörigem Analyse-Tool aufgesetzt. Basis bleiben die Buchungsdaten von stationären Reisebüros und Onlineportalen, die Veranstalterprodukte vertreiben. Die Anforderungen von touristischen Unternehmen an ein modernes Steuerungsinstrument und sich weiterentwickelnde, vermehrt dynamische Fragestellungen können damit sicher und zeitnah abgebildet werden, ohne den Kern einer marktrepräsentativen, über den Zeitverlauf durchgängig vergleichbaren Methode aufzugeben. TDA = aktuelle Buchungslage + individuelle Produktperformance + tatsächliche Marktchancen.
Weitere Informationen: Alexandra Weigand, alexandra.weigand@traveldataanalytics.de, Telefon: +49 (0)911 951 510 03